Agile Stammtisch Lindau

Im Rahmen des 3. Agile Stammtisch Lindau am 18.12.2018 gab es in der Kantine der Stadtwerke Lindau einen Impulsvortrag zum Thema Evolution zu einer Beta-Organisation im Mittelstand.

Nach 15 Jahren als Führungskraft in global tätigen Pharmaunternehmen war der Biologe Dr. Ulrich Lohmann hierarchiemüde.

Ab 2005 erprobte er mit seinem Bruder Detlef neue Wege der Selbstorganisation eines Unternehmens. Daraus entstanden die Bestseller “… und mittags geh ich heim” (2012) sowie “… und heute leg ich los” (2016). Auch das Buch “Musterbrecher“ (2013)” und der Film “Augenhöhe“ (2015) griffen die gelungene Transformation des Mittelständlers Allsafe GmbH & Co. KG auf. Die umgedrehte Pyramide ist dabei zum Symbol für Selbststeuerung und Anpassungsfähigkeit in einer hierarchiearmen, weitgehend durch die Mitarbeiter in Eigenverantwortung geführten Unternehmung avanciert.

Insgesamt 23 Interessierte haben sich bei den Stadtwerken Lindau eingefunden, um aus den Erfahrungen der durchführten Transformation von einer hierarchischen zu einer selbstbestimmten Organisation in einer mittelständischen Produktionsfirma aus dem Hegau für sich selber etwas mitzunehmen. Das Netzwerken kam am Ende auch nicht zu kurz.

Die eindrucksvoll von Dr. Ulrich Lohman geschilderten Erfahrungen und Vorgehensweisen sind auch in dem Buch “… … und heute leg ich los!: Die völlig andere Art, im Job zu leben” beschrieben, von dem 3 Exemplare am Ende des Abends im Rahmen eines Gewinnspiels verlost wurden.

Am Ende der mehrjährigen Transformation der Allsafe GmbH & Co. KG waren folgende drei Bausteine das Ergebnis:

  • Transparenz: Alle Zahlen sind für alle Mitarbeiter jederzeit transparent.
  • Autonomie: Jeder darf entscheiden.
  • Fokus: 30% der Zeit soll auf die wichtigen Projekte fokussiert werden, ansonsten gilt das Pull-Prinzip für freiwilligen Projekte

Folgende Maßnahmen wurden beispielsweise schrittweise als adaptiver Zyklus durchgeführt:

  1. Arbeitszeiterfassung wurde abgeschafft und echte Vertrauensarbeitszeit eingeführt
  2. Unternehmenswerte und Führungsleitlinien wurden so angepasst, dass durch Freiheit die Grundsteine Kundenorientierung, Innovation, Fairness und Eigenverantwortung gelebt werden können.
  3. Durch ein Persönlichkeitsprofil und einem Rollenspiel wurde transparent, welche Rolle jede Führungskraft situationsabhängig einnehmen und wie ein Opfer zu einem Macher (=Verantwortung) werden kann.
  4. Für das Erreichen der Kundenorientierung wurde die Pyramide so umgedreht, dass die Vorgaben vom Markt und nicht vom Geschäftsführer kommt.
  5. Fairness wurde unter anderem durch Anpassung des Gehaltsmodells erreicht.
  6. Es wurde die Prozesslandschaftskarte analysiert und so optimiert, so dass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess möglich wurde.

Der Abend in Bilder

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