Drabble

Ein Drabble ist eine kurze, pointierte Geschichten mit exakt 100 Wörtern. Ab sofort sind die Drabble -Spielerische Lernreise ein Teil meiner Schreibroutine und Einstieg ins kreative Schreiben für mein Spielbuch Projekt 2026. So bekommst du auch nochmal eine andere Perspektive durch mögliche Geschichten hinter der Geschichte aus meinem Buch Spielerische Lernreisen: Gamechanger für die Teamentwicklung.

In dem Buch teile ich viele Beobachtungen und Geschichten, jedoch ausschließlich nur aus meiner Perspektive. Mit den nachfolgenden Drabbles versetzte ich mich bewusst in eine andere Person und damit auch einer andere Perspektive. So ist bei den Kurzgeschichten immer nur ein Teil wahr und der Rest fiktiv. Teilweise imaginiere ich aber auch Wünsche, wie es hätte sein können.

Sind wir im Kindergarten?

Drabble Sind wir im Kindergarten?

Bunte Stifte und mehrere Papierbögen liegen auf dem Tisch im Seminarraum. Sofort merke ich, wie es in meinen Händen kribbelt. Nicht vor Freude. Im Gegensatz zu den anderen. Die haben sofort losgelegt und sind am Strahlen.

Dann rutscht es mir einfach raus: „Sind wir denn im Kindergarten?“ Ich merke, wie die Röte in mein Gesicht steigt. Niemand außer der Impulsgeberin reagiert. Keiner ist sauer. Ich darf zuschauen, alles ist freiwillig. Doch das Kribbeln hört nicht auf, aber es ist anders. Ich werde unruhig.

Meine Zimmernachbarin bemerkt es und reicht mir den Stift. Ich zögere und greife dann erleichtert zu. Endlich.

Wer das Buch bereits gelesen hat, findet mind. zwei Stellen zu dem das Drabble passt. Die Situation ist in einem Workshop passiert, bei dem es mit der Auftraggeberin abgestimmt war, dass es Spiele gibt – allerdings die Teilnehmenden davon (noch) nichts wussten.


Der Blick zur Seite

Nur noch zwei Minuten auf der Uhr. Von unserem Turm ist genauso wenig zu sehen wie schon in der ersten Runde. Die Diskussionen sind dafür noch hitziger, aber innerlich bin ich längst ausgestiegen.

Mein Blick schweift durch den Workshopraum und bleibt beim Turm der Azubis hängen. Dieser ist erneut hoch geworden. Die drei haben wohl die Abstimmung dazwischen und die zweite Chance richtig gut genutzt, ohne Diskussionen.

Frustriert drehe ich mich schwungvoll zu meinem Team um, halte dem lautesten Wortführer meine Hand wie ein Mikrofon hin und frage ironisch: „Was sagen Sie zu dem Meisterwerk – dem Turm neben uns?“

Drabble Der Blick zur Seite

Das Ende der Geschichte ist fiktiv, aber ich hätte mir damals eine solche Reaktion gewünscht. Denn der Rest ist wahr und ist in einem meiner ersten Teamworkshops als Scrum Master passiert. Außerdem hat er die weltweiten Ergebnisse der Marshmallow Challenge bestätigt: In der Gruppe mit den lautesten Diskussionen gab es mehrere Alphatiere und Akademiker. Nur die gemischte Gruppe (sowohl hinsichtlich Ausbildung als auch Geschlecht) und die ganz junge Gruppe mit den Azubis haben das Prinzip des „einfach Machens“ verstanden und waren dadurch erfolgreich.


Ohne Worte

Drabble Ohne Worte

„Was wollen die anderen mir damit sagen?“ Sie zeigen ein Peace-Zeichen. „Oder soll das zwei bedeuten?“, denkst du. Verwirrt schaust du in die Runde. Niemand sagt etwas. Niemals hättest du gedacht, dass ein Spiel ohne Worte so kompliziert sein kann.

Als du erneut deine Figur bewegst, fuchteln plötzlich alle vor deinem Gesicht herum. Dein Nebensitzer seufzt und macht den Zug rückgängig. Du schüttelst irritiert den Kopf, setzt die Figur wieder und lächelst trotzig. Die anderen ignorierst du konsequent. Schließlich spielst du korrekt. Nach deinen Regeln jedenfalls.

Dieses Mal habe ich mich in die Person mit dem orangen T-Shirt hineinversetzt. Denn die Situation ist real: Als ich Universe of Culture zum ersten Mal bei der Agile Game Night Bodensee gespielt habe, musste ich als Beobachter in dem Moment lachen, als alle ihm eine Botschaft mitteilen wollten und er seine Figur immer wieder so setzte, wie er es für richtig hielt.

Und genau das passiert bei diesem Spiel sehr häufig und hat sehr viele gute Aha-Momente. Deshalb empfehle ich gerne Universe of Culture weiter. Ich komme aber gerne mit dem Spiel bei dir vorbei und moderiere es
.


Wer mag keine Puzzles?

Drabble: Wer mag keine Puzzles?

Ich spüre, wie sich eine wohltuende Wärme im ganzen Körper ausbreitet. Das Gefühl kenne ich, ich hatte damals allerdings immer nur gebrauchte Puzzles geschenkt bekommen. Mehr konnten wir uns nicht leisten. Claudia muss ein glückliches Kind gewesen sein. So viele unterschiedliche Steine, die sie heute aus ihrer Kindheit mitgebracht hat.

Ich wühle darin herum. Baue. Es ist wie ein 3D-Puzzle. Das gefällt mir gut, auch wenn ich nicht dabei reden darf. Es fordert und entspannt mich gleichzeitig. Kein Stress.

Überraschend lerne ich heute etwas über unterschiedliche Arbeitsweisen. Sehr Nice. Ich bin JETZT glücklich. Was wartet noch darauf, zusammengesetzt zu werden?

Das Drabble eine fast fiktive Geschichte. Der einzige Fakt ist, dass ich tatsächlich Unmengen Legos aus meiner Kindheit besitze, das alleine aber keine glückliche Kindheit ausmacht. Die Cynefin Simulation ist jedoch eines meiner Lieblingsspiele, wenn ein Team sich neu finden soll.


Zu spät ins Spiel

Mein Start ist geglückt. Ich schaue kurz zu grün, sehe aber keine andere Kugel mehr. Die letzten 20 Minuten lagen wir leider teilnahmslos daneben ohne Beachtung.

Nun ist es meine Aufgabe den Schwung vom Start keinesfalls zu verlieren. Ich habe keine Zeit darüber nachzudenken, wie und ob ich das überhaupt beeinflussen kann. Denn jetzt kommt eine scharfe Linkskurve gleich gefolgt von einer Rechtskurve. Und da passiert es: Mich hat es rausgehauen.

Schade, dass ich als Kugel nicht reden kann. Ansonsten hätte ich den Tipp geben können, mich schon viel früher ins Spiel zu bringen. Hat es wenigstens grün geschafft?

Diese Mal ein experimentelles Drabble, indem ein Gegenstand „redet“. Ohne Kugel geht bei GraviTrax nichts, daher wurde sie die Hauptrolle der Geschichte. Es hat Spaß gemacht aus dieser Perspektive zu schreiben.


Die Pfanne

Schnell male ich mit dem Stift die ersten Bilder. Meine Gedanken sind jedoch schon beim nächsten Schritt: Wie bereite ich eine Toastscheibe zu? Jeden Schritt auf ein eigenes Blatt. Nur Bilder, keine Worte.

Die Zeit rennt unbarmherzig, uns bleiben nur Sekunden. In mir arbeitet es. Wie viel Detail brauchen die Zeichnungen? Ich fühle mich etwas überfordert. Also nur noch Pfeile für die Reihenfolge. Das reicht. Fertig. Die Zeit auch.

Ich schaue mich überrascht um. Kein Ablauf gleicht dem anderen. Jede Perspektive ist anders. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten und weltweite Unterschiede. War dir bewusst, dass die Pfanne ein Allrounder ist?

Eine Scheibe Brot zu toasten scheint nicht besonders schwer zu sein – bis man gebeten wird, den Vorgang Schritt für Schritt aufzuzeichnen. Tom Wujec fragt die Menschen gerne, wie sie Toast machen, da dies unverhoffte Hinweise darauf gibt, wie man die kompliziertesten Probleme lösen kann. Die Zeichenübung geht schnell, ist flexibel einsetzbar und hat richtig schöne Aha-Momente am Ende. Den Toast in einer Pfanne zu rösten, wenn kein Toaster vorhanden ist, habe ich erst durch diese Zeichenübung angefangen.


Unerwartet

Verwirrt schaue ich auf die detailreichen Bilder in meiner Hand. Wie daraus eine Bildergeschichte entstehen soll, ist mir total schleierhaft. Den anderen scheint es ähnlich zu gehen.

Bis auf Julie. Wo ist ihre Schüchternheit geblieben? So kenne ich sie gar nicht. Wie eine Dirigentin orchestriert sie uns und stellt die richtigen Fragen. Sie hat es geschafft, dass wir nicht wie Hühner aufgeschreckt rumlaufen.

Plötzlich steht sie bei mir und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich soll beschreiben, was ich auf meinen Bildern sehe. Klare Anweisungen folgen, und ich weiß sofort, wo meine Bilder hingehören. Julie ist heute eine unerwartete Überraschung.

Diese Beobachtung habe ich bereits im Buch aus der Außenperspektive geteilt. Julie (Name geändert) hatte in diesem Spiel tatsächlich für eine große Überraschung gesorgt. Dieses Mal habe ich mich für das Drabble an eine bestimmte Erzählstruktur herangewagt: die japanische Struktur namens Kishōtenketsu, die ohne Konflikt auskommt und sich besonders für Alltagszenen eignet.


Regenbogen Joker

Die Aufgabe ist nicht schwer. Die Beschreibung der Figur bekomme ich mit Gesten gut in der Zeit hin. Nur das mit der Farbe …


Mein Gegenüber schaut mich erwartungsvoll an. Ich schließe kurz die Augen und beginne zu lächeln. Wer sagt eigentlich, dass ich nicht auf eine Farbe auf meinem Pulli zeigen darf? Das ist mein perfekter Joker. Ich grinse und deute stolz auf das Regenbogenmotiv auf meiner Brust. Die passende Farbe.

Mein Gegenüber ist erstaunt, lacht laut auf und kann sich kaum wieder einkriegen. Nur dem Dritten in unserer Runde, der nicht sehen darf, bleibt das Lachen wortwörtlich stecken

Für dieses Drabbel habe ich eine Beobachtung von Sven aufgegriffen, der seine Erfahrung mit diesem Spiel in meinem Buch (und auf diesem Foto) geteilt hat. In dem Setting trug jemand einen Regenbogenpulli und nutzte diesen genau als Joker. Der Rest der Geschichte ist fiktiv.


Wenn es wackelt

Erwartungsvoll standen wir im Kreis, die Schnüre gespannt wie unsere Nerven. In der Mitte warteten Holzklötze und der kalte Metallhaken darauf, von uns zu einem Turm gestapelt zu werden.

Mir trat der Schweiß auf die Stirn, und meine Augen huschten nervös zur Uhr. „Schneller! Wir haben nur noch vier Minuten!“ Doch dann fiel der Turm plötzlich in sich zusammen. Lautes Aufstöhnen war zu hören. Also Neustart.

Die Zeit rannte erbarmungslos, doch die Anspannung war genau das, was wir brauchten. Sie hielt uns zusammen und sortierte unsere Bewegungen neu. Nicht wir steuerten den Turm, sondern der Turm formte uns als Team.

Wenn es wackelt


Ich liebe den Fröbelturm, da es innerhalb von 15 Minuten wahnsinnig viel im Team bewegen kann und es zusätzlich auch einer der wenigen Spiele sind, die ohne weiteres auch Outdoor gespielt werden kann.
Wusstest du, dass es einen „echten“ Fröbelturm gibt? Der Fröbelturm ist ein 29,75 m hoher Aussichtsturm nahe der Bergstadt Oberweißbach im Thüringer Schiefergebirge. Eigentlich wollte ich das in das Drabbel einbauen, hatte aber keinen Twist gefunden.


Es ist meine Einladung an dich, Lernen neu zu denken:

Spielen. Reflektieren. Wachsen

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