Stell dir eine Veranstaltung vor, deren Ablaufplan um neun Uhr morgens noch komplett leer ist. Keine Referentenliste, keine Folien, kein Timetable. Nur ein Raum voller Menschen, die sich fragen: Worüber wollen wir heute eigentlich sprechen?
Genau das ist ein Barcamp. Und genau deshalb liebe ich dieses Format.
Ich merke es immer wieder in meiner Arbeit als Trainerin: Die Momente, die wirklich hängen bleiben, sind selten die, in denen jemand vorne steht und erklärt. Es sind die Momente, in denen Menschen selbst ins Tun kommen, etwas ausprobieren, sich einbringen. Das ist auch der Grund, warum die Agile Game Night Bodensee seit Jahren mein Herzensformat ist – und warum mich Barcamps auf dieselbe Weise packen. Ich war in den letzten Jahren regelmäßig als Gast auf Barcamps in Deutschland unterwegs, und jetzt gehe ich den nächsten Schritt: Ich richte selbst eins aus.
Was passiert bei einem Barcamp?
Das Besondere an einem Barcamp: Das Programm existiert vorher schlicht nicht. Es entsteht live, aus den Themen der Teilnehmenden. Jede und jeder kann eine Session vorschlagen: ein Erfahrungsbericht, eine offene Frage, die einen schon länger beschäftigt, eine Methode, die man mal ausprobieren möchte, oder einfach ein Thema, zu dem man sich austauschen will.
Eine fertige Antwort braucht dafür niemand. Im Gegenteil: Oft sind es gerade die unfertigen, offenen Fragen, aus denen die besten Gespräche entstehen.
Am Ende steht ein Tag, der wirklich von den Menschen getragen wird, die da sind: ohne Frontalunterricht, ohne reines Zuhören und Konsumieren. Es gibt Veranstaltungen, die man besucht, und es gibt Veranstaltungen, die man erlebt. Ein Barcamp gehört eindeutig in die zweite Kategorie.
Mein erstes eigenes Barcamp-Erlebnis liegt über zehn Jahre zurück: ein Product Owner Barcamp in Würzburg. Ich wusste im Vorfeld kaum, was mich erwartet – kein festes Programm, keine vorbereiteten Folien im klassischen Sinne, und trotzdem eine klare Struktur. Stattdessen: Menschen, die sich morgens zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, worüber sie sprechen wollen. Dieser Tag zählt bis heute zu den Veranstaltungen, von denen ich am liebsten erzähle.
Premiere in der Schweiz
Dieses Jahr ist es so weit: Zusammen mit Daniela Rickenbacher veranstalte ich unser erstes gemeinsames Barcamp und am Vorabend die Agile Game Night in der Schweiz.
Ein Barcamp ist genau richtig für alle, die neugierig sind und mitgestalten wollen. Du brauchst dafür weder Expertenwissen noch eine fertige Präsentation. Du kannst genauso gut zuhören, mitdiskutieren, Fragen stellen – und dabei mehr mitnehmen, als du erwartet hättest. Besonders lohnt sich ein Barcamp, wenn du dich mit Gleichgesinnten vernetzen möchtest und Themen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten willst oder selbst etwas ausprobieren oder zur Diskussion stellen möchtest oder einfach mal wieder Lust hast, wirklich inspiriert nach Hause zu gehen.

Warum ausgerechnet ein Barcamp zum Thema digitale Transformation?
Künstliche Intelligenz hat dem Thema digitale Transformation noch einmal ordentlich Tempo verliehen. Im Kern geht es dabei aber um etwas sehr Menschliches: Was braucht eine Organisation, damit Veränderung wirklich gelingt? Wie verändern wir die Art, wie wir zusammenarbeiten und lernen, in einer Welt, die sich schneller wandelt als je zuvor?
Auf solche Fragen gibt es keine Keynote-Antwort. Sie brauchen echte Gespräche und unterschiedliche Blickwinkel – genau den Raum, den das Barcamp Digitale Transformation bietet. Für alle, die die Veränderung nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten wollen.
Wie läuft das Barcamp ab?
ab 9:00 Uhr: Die Türen sind geöffnet. Bringe dein Ticket gerne digital mit. Am Eingang kannst Du dich registrieren und erhältst Dein Namenschild, das Dich als Teilnehmende ausweist.
Stärke Dich gerne mit Brezeln, Kaffee und Tee und komme bereits mit anderen Teilnehmenden in Kontakt.
10:00 Uhr: Wir beginnen den Tag mit einer Vorstellungsrunde und der Sessionplanung.
11:00 Uhr: Der Sessionplan steht und es kann losgehen mit der ersten Session. Insgesamt sind vier Sessionrunden geplant. Jedes Session dauert 45 min. Daszwischen gibt es 15 Minuten Pause.
12:45 – 13:30 Uhr: Mittagspause mit Stehapéro
ab 15:30 Uhr: Abschluss-Session und offenes Netzwerken
ab 17 Uhr – wer möchte: Gemeinsames Abendessen in der Pizzaria (optional)
Im Preis sind Getränke, Obst und Stehapéro enthalten.

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