Graphic Recording der 9. Agile Game Night Bodensee
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9. Agile Game Night Bodensee in Rorschach: Vom Spieltisch in den Alltag

Kurz gesagt: Anfang November 2026 fand die 9. Agile Game Night Bodensee in Rorschach statt. Nach dem Check-in mit dem Kleeblatt der Gemeinsamkeiten haben wir Crazy Gathering und das NASA-Weltraumspiel gespielt und beide Spiele mit den 3D-Welten reflektiert. Die wichtigste Erkenntnis des Abends: Gute gemeinsame Lösungen entstehen auf Augenhöhe, wenn alle ihr Wissen einbringen und aufmerksam sind. Die lauten Stimmen sind nicht immer die besten Stimmen.

Datum6. November 2026
OrtWZR Rorschach (Schweiz)
MottoVom Spieltisch in den Alltag
SpieleKleeblatt der Gemeinsamkeiten, Crazy Gathering, NASA-Weltraumspiel, Scrabble
ModerationClaudia Haußmann (butterflying.de), Daniela Rickenbacher (Rickenbacher Training)
Reflexionsmethode3D-Welten von Janek Panneitz
Graphic RecordingMaria Brög (Atelier Apfelblick)

Graphic Recording der 9. Agile Game Night Bodensee mit Kleeblatt, Spielszenen, 3D-Welten, Top-Themen und Scrabble-Abschluss
Der ganze Abend auf einen Blick, festgehalten von Maria Brög

Im Video fasst Maria den Abend anhand ihres Graphic Recordings zusammen, vom Kleeblatt bis zum Scrabble.

Wie lief der Abend ab?

Check-in: Kleeblatt der Gemeinsamkeiten

Zum Ankommen haben wir das Kleeblatt der Gemeinsamkeiten gespielt, eine Variante des bekannten „Dreiecks der Gemeinsamkeiten“. Alle bekamen ein vierblättriges Kleeblatt in einer eigenen Farbe und beschrifteten jedes Blatt zu einer Frage:

  • Das mache ich gern: ein Hobby oder eine Leidenschaft
  • Das hat mich geprägt: ein Ort, eine Erfahrung oder ein Beruf
  • Das macht mich aus: eine Eigenschaft oder Stärke
  • Das weiß kaum jemand über mich: etwas Überraschendes

Danach legten alle ihr Kleeblatt ab und schauten sich in einem stillen Rundgang die Kleeblätter der anderen an.

Im anschließenden Speed Dating trafen sich jeweils drei Personen für zwei Minuten. Jedes Trio suchte mindestens eine Gemeinsamkeit und legte sie als Sechseck in die Mitte. So entstand in wenigen Minuten ein buntes Bild aus Verbindungen, die vorher niemand gekannt hatte.

Zum Abschluss des Check-ins stand die Frage im Raum: Welche dieser Gemeinsamkeiten könnte uns heute in der Zusammenarbeit nützen? Mit blauen Chips markierten alle, was sie für den Abend am wertvollsten fanden. Ganz vorne lag die Kreativität, dicht gefolgt vom Spielen und der Hilfsbereitschaft. Bessere Voraussetzungen für eine Game Night kann man sich kaum wünschen.

Bunte Kleeblätter rund um einen Teller mit Sechsecken, auf denen Gemeinsamkeiten wie Kreativität, Spielen und Natur stehen, markiert mit blauen Chips
Unser Kleeblatt der Gemeinsamkeiten: Kreativität und Spielen haben die meisten Chips bekommen.

Spiel 1: Crazy Gathering: Wer sitzt wo?

Moderiert von Claudia Haußmann

Zum Einstieg ging es um eine scheinbar einfache Aufgabe: eine gemeinsame Sitzordnung finden. Jede Person bekam eine Rollenkarte mit Vorgaben, die die anderen nicht kannten, und entschied selbst, was sie wann davon preisgibt. Zuerst herrschte am Tisch ordentlich Chaos, bis sich die Gruppe eingependelt hatte. Dann flogen im Sekundentakt Sätze hin und her wie „Ich bin glücklich“, „Mir kann glaub ich keiner helfen“ oder „Ich kann dir nicht sagen, was mich glücklich macht“, bis plötzlich jemand rief: „Wir sind so kreativ!“ Es war ein Auf und Ab der Gefühle. Am Ende hatte die Gruppe das Spiel schon auf Level 2 geknackt und von Maria spontan Orden und Pokal verliehen bekommen.

Was Teams aus diesem Spiel mitnehmen können, beschreibe ich ausführlich in Kommunikationsspiel fürs Team: Was Crazy Gathering zeigt.

Aha-Moment: In der Reflexion mit den 3D-Welten ging es nahtlos weiter, von „Du weißt gar nicht, ob du selber glücklich bist!“ über leichte Verzweiflung bis zu großer Einigkeit: „Kein Chef ist mega.“

Spiel 2: Das NASA-Weltraumspiel: Gestrandet auf dem Mond

Moderiert von Daniela Rickenbacher

Im zweiten Spiel war die Crew eines Raumschiffs auf dem Mond notgelandet, weit entfernt vom Mutterschiff. Von der Ausrüstung waren nur noch 15 Gegenstände übrig. Zuerst brachte jede Person die Gegenstände allein in eine Reihenfolge, danach einigte sich die Gruppe auf eine gemeinsame Rangfolge, die in der letzten Runde von zwei Delegierten nochmals validiert wurde. Zum Schluss erfolgte der Vergleich mit der Lösung von NASA-Expert:innen.

Die Gruppe war sich schnell einig, was auf dem Mond nichts nützt: Signalraketen reichen nicht weit, die Pistole ist ein Schuss in den Ofen, Streichhölzer brennen nicht und der Kompass funktioniert nicht. Ganz oben standen dagegen Sauerstoff, viel Wasser, die Mondkarte, das Seil und das solarbetriebene Funkgerät. Alles hat gestimmt. Nur beim Essen hätte es etwas mehr sein dürfen, aber auf dem Mond gibt es nun mal kein Fast Food. Die Manpower zeigte sich sehr wörtlich und die Außenperspektive in der Reflexion brachte ein paar Überraschungsmomente zu Thema Führung. Für die perfekte Lösung fehlte vielleicht eine kritische Stimme in der Runde.

Wer das Prinzip auf der Erde ausprobieren möchte, findet in der Team-Challenge: Überleben in der Wüste eine Variante mit Anleitung und Lösung.

Aha-Moment: In der Reflexion stand die Frage „Ist laut wirklich gut?“ im Vordergrund. Die überzeugendste Stimme hat nicht automatisch die beste Lösung.

Wie haben wir die Spiele reflektiert?

Das Herzstück des Abends war die Reflexion mit den 3D-Welten von Janek Panneitz. Nach jedem Spiel hielten die Teilnehmenden ihre Beobachtungen auf weißen Sechsecken fest und legten sie zu einer gemeinsamen Landschaft mit den vier vorgegebenen Themeninseln: Verhaltensweisen, Lösungsprozess, Kommunikation sowie Rollen und Führung. Am Ende fügten wir die Welten beider Spiele zusammen und haben es mit Höhenplättchen dreidimensional gemacht. Je wichtiger ein Punkt war, desto höher würde das Sechseck als Berg sichtbar gemacht.

Mit Symbolen gaben die Teilnehmenden der Landschaft eine persönliche Ebene. Ein Herz stand für die Frage „Welchen Aspekt nimmst du für deinen Alltag mit?“, ein Blitz für „Wo siehst du die größte Herausforderung?“. Häuser in verschiedenen Farben brachten den Blick von außen hinein: Wie sehen Kund:innen, die Öffentlichkeit oder die Hierarchie, beispielsweise in Form eines Vorstandes diesen Punkt?

Am höchsten ragte die Augenhöhe heraus, gefolgt von Kommunikation, Wissen vereinen und einem gemeinsamen Ziel verfolgen. Diese Top-Themen deckten sich fast vollständig mit den Herzen, also dem, was alle für ihren Alltag mitnehmen wollten. Nur das Ausprobieren kam neu hinzu. Die Blitze zeigten, wo es im Alltag hakt: beim offenen Austausch, wenn die eigene Idee zurückstecken muss, und dort, wo Bedürfnisse gar nicht erst ausgesprochen werden dürfen.

Abschluss: Ein Scrabble für den Abend

Zum Schluss sollte jede Person aus beliebig vielen Scrabble-Steinen drei Wörter legen, die den Abend beschreiben. Doch statt allein zu legen, rückte die Gruppe zusammen, tauschte Buchstaben aus und baute ein gemeinsames Wortbild, ganz im Sinne dessen, was wir an diesem Abend gelernt hatten. So entstanden in kurzer Zeit Miteinander, nette Leute, Zeit, Rolle, super steil und natürlich der Mond. Für Marias Plakat waren es zu viele, deshalb hat sie den Abend in zwei Worten perfekt zusammengefasst: TOLLER ABEND.

Scrabble-Steine auf einem Spielfeld mit Sechsecken, zu einem gemeinsamen Wortbild gelegt: Toller Abend, Miteinander, nette Leute, Zeit, Rolle, Mond und super steil
Gemeinsam statt allein gelegt: unser Scrabble zum Abend.

Was haben wir mitgenommen?

  • Augenhöhe zuerst: „Kein Chef!“ Je nach Kontext entstehen die besten Lösungen, wenn alle gleichwertig beitragen konnten.
  • Wissen vereinen statt Wissen haben: Niemand hatte das ganze Bild. Erst das Teilen machte die Lösung möglich.
  • Aufmerksam sein und nachfragen: Gute Kommunikation ist Arbeit am gemeinsamen Verständnis, nicht am besten Argument.
  • Eigene Bedürfnisse kennen: Nur wer weiß, was ihm wichtig ist, kann es auch einbringen.
  • Laut ist nicht gleich gut: Die lauteste Stimme hat nicht automatisch recht. Wer leiser ist, hat oft genau die Information, die fehlt.
  • Ausprobieren und ein gemeinsames Ziel: Mit einem klaren Ziel vor Augen traut sich eine Gruppe, Neues zu versuchen.

Ein herzliches Dankeschön an Daniela Rickenbacher von Rickenbacher Training für die Moderation des NASA-Weltraumspiels und an Maria Brög vom Atelier Apfelblick für das wunderbare Graphic Recording und an das WZR Rorschach als Raumsponsor. Und natürlich an alle, die mitgespielt und mitgedacht haben.

Wann ist die nächste Game Night?

Ob die nächste Agile Game Night wirklich auf dem Mond stattfindet, ist noch offen. Alle Termine auf der Erde findest du auf www.agile-game-night.info. Du möchtest eine Game Night für dein Team oder deine Veranstaltung? Dann schau dir die Game Night für Unternehmen an.

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Wie die Agile Game Night Bodensee, nur bei euch: ein Abend mit Spielen, die ins Gespräch bringen. Für ein Team, eine Abteilung oder als Programmpunkt einer Veranstaltung.

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Häufige Fragen zur Agile Game Night

Was ist die Agile Game Night Bodensee?

Die Agile Game Night Bodensee ist ein Abend, an dem Menschen aus der Region gemeinsam spielen, um Zusammenarbeit, Kommunikation und agiles Arbeiten zu erleben und zu reflektieren. Seit 2019 findet sie regelmäßig statt, vor Ort rund um den Bodensee und online.

Wie läuft eine Agile Game Night ab?

Nach einem Check-in zum Ankommen folgen meist zwei bis vier Spiele, die aufeinander aufbauen. Nach jedem Spiel reflektieren wir gemeinsam, was passiert ist und was sich in den Arbeitsalltag übertragen lässt. Ein Abend dauert etwa vier Stunden. Die Spiele sind vorher nicht bekannt, denn jede Game Night ist eine neue spielerische Lernreise.

Brauche ich Vorkenntnisse?

Nein. Du musst weder agile Methoden kennen noch gut im Spielen sein. Neugier und Lust auf Austausch reichen völlig.

Was kostet die Teilnahme?

Die Teilnahme ist kostenpflichtig. Aktuelle Termine, Preise und die Anmeldung findest du auf agile-game-night.info.

Kann ich eine Game Night für mein Unternehmen buchen?

Ja. Als Game Night für Unternehmen gestalte ich den Abend individuell für euer Team, eure Themen oder als Teil einer anderen Veranstaltung.

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